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„Das Christkind kann man nicht spielen“

Sie ging ganz in ihrer Aufgabe auf: Johanna Heller war das Christkind 2009/2010. Sippel

Sie ist auf jeden Fall eine Expertin in Sachen himmlisches Amt: Johanna Heller war in den Jahren 2009/2010 das Nürnberger Christkind, als Jury-Mitglied konnte sie mitentscheiden, wer ihre Nachfolgerin für 2011/2012 wird. Für die Bewerberinnen hatte die 20-Jährige einige Tipps parat.

Frau Heller, mal ehrlich, kann man es lernen, Christkind zu sein, oder wird einem das in die Wiege gelegt?
Johanna Heller: Ich glaube, man muss es sogar lernen, denn zuvor kann man sich kaum vorstellen, was da alles auf einen zukommt. Zum Glück wächst man in all die unterschiedlichen Anforderungen hinein und wird allmählich immer mehr zum Christkind. Man kann das nicht vier Wochen lang spielen.

Trotzdem gibt es aber vermutlich Eigenschaften, die dabei helfen, das Amt auszuüben?
Heller: Man muss offen sein, Freude am Umgang mit Menschen haben und spontan sein. Denn man kommt oft in Situationen, in denen man nicht so genau weiß, was die Leute von einem erwarten. Spontan auf Kinderfragen zu reagieren, das ist am Anfang gar nicht so einfach! Man sollte sich auch nicht nur wegen der tollen Eröffnung bewerben, sondern weil man Freude zu den Menschen bringen und ihnen etwas geben kann.

170 unterschiedliche Termine innerhalb von vier Wochen muss das Christkind absolvieren, das bedeutet jede Menge Stress. Gab es auch Momente, in denen Sie sich gefragt haben, warum Sie sich das antun?
Heller: Die gab es natürlich, denn es ist einfach anstrengend. Manchmal saß ich im Bus, war erschöpft und müde und wusste, dass ich trotzdem noch vier Termine vor mir hatte. Da habe ich mich dann schon gefragt, wie ich das schaffen soll. Aber wenn ich dann vor den Menschen stand und in strahlende Augen sah, war alles vergessen. In den vier Wochen gibt es einfach nichts anderes, das sollte man wissen.


Man muss also schon belastbar sein?
Heller: Unbedingt. Ich habe so vieles erlebt, über das ich gerne sofort mit einer Freundin gesprochen hätte, weil ich es eigentlich hätte verarbeiten müssen. Doch dafür fehlt während der Adventszeit natürlich die Zeit. Mal eben von den krebskranken Kindern zur unbeschwerten Märchenstunde im Sternenhaus zu wechseln, das kann schon belastend sein. Gerade in den ersten Wochen des Jahres habe ich über vieles noch mal nachgedacht.

Welche Momente sind Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?
Heller: Wenn ich anfange nachzudenken, kommen mir ganz viele Erinnerungen. Es fällt mir schwer, da etwas besonders hervorzuheben. Sehr berührt haben mich die Begegnungen mit Obdachlosen und Behinderten, da habe ich mich wohlgefühlt. Es ist ergreifend zu sehen, dass auch Erwachsene auf das Christkind reagieren. Und die Eröffnung ist natürlich auch beeindruckend, vor so vielen Menschen werde ich vermutlich so schnell nicht wieder sprechen.

Würden Sie sich wieder bewerben?
Heller: Auf jeden Fall! Zwei Jahre sind aber genug, und ich darf ja noch „Auslands-Christkind“ in Chicago sein.

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