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Christkindlesmarkt 2017: Stadt und Polizei rüsten sich

Mobile Stahl-Stelen versperren die Zufahrten — SMS-Warnung an Händler

Leuchtende Sicherheit auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt: Die Polizei wird wieder sichtbar präsent sein. Aber auch Zivilkräfte mischen sich unter die Besucher, um potenziellen Taschendieben das Handwerk zu legen. Michael Matejka

Der Lkw-Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt vom vergangenen Jahr ist präsent. Vor allem kurz vor der Adventszeit, die in Nürnberg am Freitag mit der Eröffnung des Christkindlesmarkts beginnt. Sicherheitsexperten haben sich zum Schutz vor Terrorakten auf Weihnachtsmärkten jetzt etwas Neues einfallen lassen: ein Metallgebilde, das aus einer Bodenplatte und drei 1,20 Meter hohen Stelen besteht. Mit viel Fantasie erinnern die etwa 900 Kilogramm schweren Hindernisse an einen aufgestellten Kamm.

Acht dieser mobilen Barrikaden sollen an den Zugängen zum Hauptmarkt aufgestellt werden. Wo sie stehen, entscheidet die Polizei kurzfristig. Von den rund zwei Dutzend neuen Stahl-Hindernissen, die der Freistaat angeschafft hat, werden neben Nürnberg auch welche auf den Weihnachtsmärkten in München und Augsburg stehen.

Doch das ist nicht alles. Um den Schutz vor einem möglichen Terrorakt zu gewährleisten, werden wieder Polizeifahrzeuge und mobile Bäume in Holztrögen zu Barrieren umfunktioniert. "Die mobilen Bäume sind eine Ergänzung zu den anderen Sperren", sagt Christine Schüßler, Leiterin des Bürgermeisteramtes, auf Anfrage. Durch die zwölf Zugänge soll kein Fahrzeug mehr passen. Für die Belieferung der Marktstände und für Rettungswagen werden Polizeifahrzeuge und mobile Bäume kurzzeitig auf die Seite geschafft.

Unwetter und Stromausfall

Das Sicherheitskonzept der Stadt geht aber noch weiter, umfasst mögliche Unwetter, Stromausfall und Brände. Zuständig für Sicherheit auf dem Christkindlesmarkt seitens der Stadt ist das Marktamt. Seit dem Unglück bei der Love Parade in Duisburg 2010, bei dem 21 Menschen ums Leben kamen und 541 weitere schwer verletzt wurden, hat die Stadt Nürnberg für Großveranstaltungen ein eigenes Sicherheitskonzept erarbeitet. Mit jedem Jahr wird es weiter fortgeschrieben. Dazu zählt beispielsweise eine Lautsprecheranlage.

Die Polizei wird im Ernstfall darüber Anweisungen an die Markt-Besucher erteilen. Fällt der Strom aus, gibt es einen Notstrom-Puffer im Rathaus, der sowohl die Lautsprecheranlage als auch die Sicherheitsbeleuchtung auf dem Hauptmarkt mit Saft versorgt. "Für solche Fälle ist vorgeschrieben, dass jeder Händler eine Taschenlampe im Stand hat", sagt Christine Beeck, Dienststellenleiterin im Marktamt.

Warnung per SMS

Außerdem werden die rund 500 Standbetreiber wie in den vergangenen Jahren in einen SMS-Verteiler aufgenommen. "Neu ist, dass wir auch die Händler vom Wochenmarkt mit im Verteiler haben", ergänzt sie. Deren Stände mussten dem Christkindlesmarkt weichen. Gemüse, Obst und kulinarische Leckerbissen bieten sie in dieser Zeit vor der Lorenzkirche und in der Karolinenstraße an.

Per SMS kann das Marktamt die Händler vor Unwettern warnen und ob möglicherweise der Markt deswegen geschlossen werden muss. "Wir geben aber auch Entwarnungen auf diesem Wege weiter, so wie das schon mal passiert ist", erinnert sich Beeck. Per SMS-Verteiler warnt die Stadt aber auch, wenn Taschendiebe unterwegs sind oder wenn an einem Stand mit gefälschten Banknoten bezahlt wurde und die Händler beim Kassieren aufpassen sollen.

In Uniform und in Zivil

Die Amtsleiterin wird mit ihrem Kollegen regelmäßig persönlich auf dem Markt nach dem Rechten sehen. Die Marktbeschicker haben ihre Telefonnummern und informieren das Marktamt, wenn ihnen etwas komisch vorkommt. So wie vor zwei Jahren: Damals kreiste eines Tages ein Helikopter über dem Christkindlesmarkt. "Händler haben uns informiert und wollten wissen, was das soll und ob der jetzt gleich eine Bombe fallen lässt", erinnert sich die Amts-Chefin. Wie sich herausstellte, wurde vom Hubschrauber aus nur gefilmt. Diese Info ging zur Beruhigung mit einer SMS auch gleich an alle Händler raus.

Heuer werden auch deutlich mehr Polizisten auf dem Markt unterwegs sein: Erkennbar in Uniform mit Warnweste und in Zivil. Sie haben besonders potenzielle Taschendiebe im Visier. In dichten Menschenmengen fühlen sich Langfinger am wohlsten. So wurden im vergangenen Jahr 56 Fälle bei der Polizei angezeigt mit einem Gesamtschaden in Höhe von 15.000 Euro. Ein Jahr zuvor waren es 66 Taschendiebstähle mit einem Schaden von 18.000 Euro. 

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