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Des Christkinds neue Kleider

Franziska Handke bekommt ihr Gewand und wird gekrönt

Nach der Enge in der Garderobe, ging es in den Saal. Das neue Christkind, Franziska Handke, im Opernhaus. Mehr Bilder unter www.nz.de

Hagen Gerullis

„Mal zu mir schauen! Lächeln! Noch mal hierher schauen!“ – Es ist eng und warm im Raum von Maskenbildnerin Helke Hadlich, die seit zwölf Jahren den Christkindern die Haare macht. Den Fotografen und Kameraleuten rinnt der Schweiß von der Stirn, Franziska hingegen strahlt. Aus drei Perücken hat sie sich die ausgesucht, die ihr am besten gefällt. „Sie besteht aus hellem und dunklem Blond. Vielleicht hat sie mir so gefallen, weil das meinem natürlichen Haar am ähnlichsten ist“, sagt sie.

Die Perücke ist ein unverzichtbares Utensil für das Christkind, sie besteht aus Echthaar, und das macht sie auch so empfindlich. Bis zu vier Stunden brauchen die Maskenbildner, um sie Strähne für Strähne auf Wickler zu drehen, wenn wieder einmal Schnee und Regen die Pracht in Mitleidenschaft gezogen haben.

Viel gewöhnungsbedürftiger ist für Franziska aber die Krone. „Das ist komisch, so etwas Wackeliges auf dem Kopf zu haben.“ Die Krone wiegt mehr als eineinhalb Kilo, erzählt der Waffenmeister des Schauspielhauses, der sie pflegt. Das gute Stück ist mit echtem Gold überzogen und wird regelmäßig von ihm poliert. Bisher hat sie auf alle Christkind-Köpfe gepasst, wenn sie zu groß ist, wird ein Schaumgummiring eingezogen. Zwei Exemplare gibt es nur, eines stammt aus den 60er Jahren und ist derzeit mit dem Ex-Christkind Johanna Heller in London. Johanna hatte ihre zweijährige Nürnberger Amtszeit beendet und repräsentiert ihre Heimat nun noch zwei Jahre lang im Ausland.

Für Franziska und ihre Familie geht die Amtszeit erst los – und damit ein Terminmarathon. Jeden Tag wollen Journalisten mal zu Hause vorbeikommen. Damit hatte Mutter Gabriele nicht gerechnet. Auch sie ist dabei, als Franziska gestern das neue Gewand anprobiert. Aus rund 4,5 Metern Brokat besteht das Kleid, für die Ärmel aus Goldlamé brauchen Gewandmeisterin Eva Weber und ihre Mitarbeiter sogar zwölf Meter. Ein Kleid für drinnen und eins für draußen näht sie für jedes neue Christkind. 50 bis 60 Stunden dauert die Herstellung.

Kurt-Leo Sourissaux hat hingegen nichts mit dem Antlitz des Christkindes zu tun, dennoch hat er einen wichtigen Anteil an den Vorbereitungen. Franziska ist das siebte Christkind, mit dem der 84-Jährige den Prolog übt. „Franziska muss verstehen, was sie da vorträgt, sie muss viele verschiedene Farben in den Text bringen“, sagt er. „Der Prolog ist mehr als ein Weihnachtsgedicht.“ Drei bis zehn Stunden übt er mit den Christkindern. Mit Franziskas ersten Versuchen ist er sehr zufrieden: „Das war schon ganz prima.“

 

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