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Die Welt der Zwetschgenmännle

Ein gut gelaunter Pfarrer mit Kreuz. Michael Matejka

In der Welt der Zwetschgenmännchen gibt es Hunderte Wichtel und Bassgeigenspieler, Gitarristen und Pianisten, Köche und Kellner, Pilzsammler und Eierfrauen, Pfarrer wie Teufel und, und, und – die Figuren sind neun bis 22 Zentimeter groß, kosten drei bis 18,50 Euro und bilden eine illustre Gesellschaft, die sich da auf den Auslagetischen der Buden versammelt.

Aufwendige und liebevolle Handarbeit

Die Herstellung der Figuren ist ebenso zeitaufwendig wie anstrengend. Es kann durchaus eine Stunde dauern, bis ein Zwetschgenmännle oder -weible gebastelt ist, in speziellen Fällen noch länger. Als haltgebendes Skelett werden Drähte benutzt, die in eine Birkenholzscheibe gesteckt werden. Getrocknete Pflaumen dienen als Beine und Arme, Feigen formen den Bauch. Für den Kopf werden Walnüsse verwendet, möglichst glatte, so dass es leichter ist, ein Gesicht aufzumalen. Noch einen Spitzhut aufgesetzt – schon hat man den „Nackerten“.

Geschichte der "Nackerten" im Wandel der Zeit

Der soll, das wird gern erzählt, im 18. Jahrhundert von einem Nürnberger Drahtzieher erfunden worden sein, der Kindern eine Freude machen wollte, aber nichts hatte außer Draht und einen Zwetschgenbaum vor dem Haus – also bastelte er Männchen daraus. Die Kinder ließen sich diese Männchen schmecken, was heutzutage längst nicht mehr der Fall ist – „Zum Verzehr nicht geeignet“ steht auf einem Schild der Zwetschgenmännle-Buden.

Auch der Nackerte kam aus der Mode. Die Kunden – liebevoll gestaltete und vor allem aufwendig gewandete Figuren gewohnt — fragten irgendwann, was das denn solle, diese schlichte Adamsfigur. Denn die Touristen aus Übersee mögen es durchaus knallig und greifen gern bei Wichteln mit rosafarbenen Haaren zu. Die Asiaten? Die wiederum erstehen mit Vorliebe Stofftaschen, auf die lediglich ein Zwetschgenmännle und ein -weibla aufgedruckt sind, scheuen sich aber bisweilen, den faltigen Figuren die lange Heimreise zuzumuten. Dabei würde es sich lohnen. Denn „Zwetschga“ können durchaus fünfzig Jahre alt werden.

Sie brauchen kaum Pflege, gelegentliches Abstauben genügt; und wenn so ein Zwetschgenmännchen am Körper ergraut, ist das kein Altersschimmel, sondern Fruchtzucker – und der kann rasch mit Pinsel und Alkohol entfernt werden. Eine Pflege, die sich lohnt, glaubt man folgenden Spruch: „Hosd an Zwetschga im Haus, gäid dir es Geld und Gligg ned aus.“

"Zwetschger" Schritt für Schritt

 

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