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Weihnachtsmarkt mit langer Tradition

Stadtarchiv Nürnberg

Stadtarchiv Nürnberg

 

Aus dem Jahr 1628 stammt sein erster schriftlicher Nachweis: Auf dem Boden einer 19 Zentimeter langen, ovalen und mit Blumen bemalten Spanschachtel aus Nadelholz, die das Germanische Nationalmuseum besitzt, wurde eine mit schwarzer Tinte gemalte Inschrift gefunden: „Regina Susanna Harßdörfferin von der Jungfrau Susanna Eleonora Erbsin (oder Elbsin) zum Kindles-Marck überschickt 1628.“ 

Erste namentliche Nennung der Verkäufer im 18. Jahrhundert

Eine Liste aus dem Jahr 1737 zeigt, dass fast alle Nürnberger Handwerker in der Budenstadt vertreten waren. 140 Personen waren berechtigt, Waren anzubieten. Den Aufzeichnungen zufolge wurde der Christkindlesmarkt in diesem Jahr am 11. Dezember eröffnet. Die Liste selbst wird jedoch in das Jahr 1738 datiert, weshalb davon auszugehen ist, dass sie erst nach Beendigung des Marktes verfasst wurde. Auch Vermerke über die Abwesenheit einzelner Händler lassen darauf schließen. Hier können Sie einen Blick in eine Abschrift der Quelle werfen.

Der Nürnberger Christkindlesmarkt im 19. Jahrhundert

Aus den Folgejahren sind nur einige wenige Bildquellen des Marktes bekannt. Ende des 18. Jahrhunderts zeigte der "Simplizianische Wundergeschichtskalender" jedoch das angeblich erste Christbaumbild Nürnbergs. Da sich in der Stadt nun ein Weihnachtsbaumbrauch verbreitete, ist davon auszugehen, dass in den Folgejahren auch vermehrt Christbaumschmuck am Christkindlesmarkt angeboten wurde, beispielsweise in Form von Zuckerfiguren, vergoldetem Obst oder Wachskerzen. Einige Kupferbilder eines unbekannten Nürnberger Künstlers, die um 1830 entstanden, zeigen das Warenangebot einiger Buden. Neben Christbaumschmuck sind darunter unter anderem Rauschgoldengel, Lebkuchen oder auch Zwetschgenmännle zu finden, die heute noch als Markenzeichen des Nürnberger Christkindlesmarktes gelten.

Der Christkindlesmarkt um 1900

Ende des 19. Jahrhunderts verlor der Markt seine Bedeutung, wechselte mehrmals den Standort und erfuhr eine Wiederbelebung erst in den 30er Jahren des darauffolgenden Jahrhunderts. Die Nationalsozialisten nutzten die traditionsreiche Veranstaltung, um das Image Nürnbergs als „des Deutschen Reiches Schatzkästlein“ zu prägen und ihren eigenen Jahresfest-Kalender aufzuwerten. 1933 wurde nun wieder auf dem Hauptmarkt der Christkindlesmarkt mit einer verklärend romantischen Feier eröffnet. Eine als Christkind verkleidete Schauspielerin, die von zwei Rauschgoldengeln begleitet wurde, rezitierte einen Vorspruch, ein Kinderchor sang, Kirchenglocken läuteten. Während des Zweiten Weltkriegs fand in Nürnberg kein Christkindlesmarkt mehr statt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

1948 erstand der Christkindlesmarkt in der völlig zerstörten Altstadt aufs Neue. Friedrich Bröger, Chefdramaturg des Theaters und Sohn des Arbeiterdichters Karl Bröger, verfasste einen Prolog, der seitdem – inzwischen in einer mehrfach überarbeiteten und der Zeit angepassten Version – vom Nürnberger Christkind gesprochen wird.

Ab 1948 mimte die Nürnberger Schauspielerin Sofie Keeser das Christkind, die diese Rolle bis Anfang der 60er Jahre ausfüllte. Auch das nächste Christkind, Irene Brunner, war Schauspielerin und wirkte bis 1968. Seit 1969 wird alle zwei Jahre eine Nürnbergerin zwischen 16 und 19 Jahren zum Christkind gewählt.

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